Gabriele Häußler

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Psychoanalyse | Psychotherapie

Therapie-
verfahren

Psychodynamisch orientierte Behandlungsverfahren in der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

Die Psychotherapie-Richtlinien der gesetzlichen und privaten Krankenkassen bieten für Kinder und Jugendliche neben der Verhaltenstherapie verschiedene psychodynamisch orientierte Behandlungsformen an, deren Grundannahmen auf der Psychoanalyse als der Wissenschaft vom Unbewussten beruhen. Psychodynamisch orientierte Behandlungsformen stellen die therapeutische Beziehungserfahrung in den Mittelpunkt. Positive Beziehungserfahrungen wirken sich auf krank machende Störungen und Konflikte aus und befördern über Bewusstmachung und Einsicht eine Besserung und Heilung. Es gibt verschiedene psychodynamisch orientierte Behandlungsformen, die sich in der Behandlungstechnik voneinander unterscheiden.

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

als Kurzzeitpsychotherapie und / oder Krisenintervention kommt meist dann zur Anwendung, wenn ein aktueller, gut abgegrenzter Konflikt vorliegt. In einer bewältigungsorientierten Behandlung werden dann neue Wege im Umgang mit diesem begrenzten Konflikt gesucht.
Manchmal dient Kurzzeitpsychotherapie / Krisenintervention auch der Vorbereitung einer eventuell notwendigen längeren Behandlung und kann bei vorliegender Indikation für Langzeittherapie in eine solche übergeführt bzw. umgewandelt werden. Besonders bei noch sehr kleinen Kindern ist Kurzzeittherapie / Krisenintervention immer auch eine präventive Maßnahme, die einem chronifizierten Konflikt oder einer neurotischen Erkrankung vorbeugt und eine manchmal stagnierende Entwicklung wieder in Gang bringt.


Die tiefenpsychologisch fundierte Langzeittherapie

findet bei Kindern und Jugendlichen regelmäßig und kontinuierlich (1-2 mal in der Woche) über einen längeren Zeitraum hinweg statt. Sie ermöglicht es dem Kind / Jugendlichen, unter Einbeziehung der Übertragungen auf die Psychotherapeutin, die aktuell vorhandenen und bewusstseinsnahen Probleme und Konflikte im Umgang mit der Alltagsrealität zu bearbeiten und hierfür neue Lösungswege zu finden. Das innere Gleichgewicht des Kindes / Jugendlichen, seine Affektregulierung und Impulssteuerung kann dadurch gestärkt und neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewonnen werden. Kreatives Spiel, Malen, das therapeutische Sandspiel und der Umgang mit Träumen sind dabei wichtige Hilfsmittel bei Kindern – bei Jugendlichen steht eher das Gespräch im Vordergrund.

Die analytische Langzeitpsychotherapie

bei Kindern und Jugendlichen ist besonders beziehungs- und zeitintensiv (in der Regel 2 Sitzungen in der Woche) und dauert meist 2-3 Jahre. Die vertrauensvolle und verlässliche therapeutische Beziehung in einem intensiven therapeutischen Prozess, wo es vor allem um die innere Welt der Bedürfnisse, Wünsche, Ängste und Affekte des Kindes/Jugendlichen geht, ist hierbei der bedeutsame Heilfaktor. Im Mittelpunkt stehen dabei die Übertragungen – sowohl positive wie negative im aktuellen Hier und Jetzt der therapeutischen Beziehung. Sie ermöglichen dem Kind / Jugendlichen, die unbewussten Konflikte zu entfalten und in der therapeutischen Beziehung einem gemeinsamen Verstehen zuzuführen. Mit anwachsender innerer Sicherheit und Zuwachs an Selbstvertrauen können neue Wege zu einem selbstbewussteren Umgang mit den inneren Konflikten gefunden werden. Spielen, Malen, das therapeutische Sandspiel und Traumberichte bieten Kindern gute Möglichkeiten, ihre unbewussten Konflikte darzustellen und bearbeiten – bei Jugendlichen steht das Gespräch unter Einbezug der Träume im Zentrum.

Tiefgreifende Veränderungen benötigen vor allem Zeit und Verlässlichkeit. Regelmäßigkeit und Kontinuität bezüglich der Sitzungen über einen meist längeren Zeitraum hinweg sind deshalb notwendig. Hervorzuheben ist der deutlich präventive Charakter der psychodynamischen Verfahren in der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie. Kreisläufe transgenerationaler Weitergabe können hiermit durchbrochen werden.